Rudolf Schwarzkogler realisierte insgesamt nur sechs Aktionen im Zeitraum zwischen 1965 und 1966. Danach arbeitete er bis zu seinem verfrühten Tod im Juni 1969 nur mehr auf der Ebene des Konzepts. Dabei schlug er innerhalb des Wiener Aktionismus einen höchst individuellen Sonderweg ein, indem er den Rezipierenden eine grundlegend andere Rolle zuteilte, die schon auf vieles voraus weist, was in der internationalen Kunst der 1970er-Jahre virulent wurde.
In Zeichnungen und Texten entwarf er von ihm als „bewusste Situationen“ bezeichnete Konstellationen, in denen elementare sinnliche Erfahrungen in einer durch die Auswahl und Zusammenstellung des Künstlers „formal geklärten = gereinigten“ Form angeboten werden. Diese appellieren an sämtliche Sinnesorgane und umfassen ein breites Spektrum an Lebensäußerungen und Körperfunktionen. Die Rolle der Rezipierenden fällt dabei mit jener der Akteur:innen zusammen, womit Schwarzkogler gegenüber seinen Künstlerkollegen ein radikales Umdenken vollzog.
Video © kunst-dokumentation.com/Manuel Carreon Lopez
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