WAM-News

Newsletter 002/24

DAS WAM HAT ERÖFFNET!

Der Wiener Aktionismus ist ab sofort in Wien mit einer permanenten Repräsentationsplattform vertreten: am 15. März hat das WAM mit einer fulminanten Eröffnungsfeier seine Tore für die Öffentlichkeit aufgesperrt.

Der Andrang war enorm. Nicht alle der über 900 Besucher:innen konnten die Reden von Direktorin Julia Moebus-Puck und Chefkuratorin Eva Badura-Triska verfolgen. Dafür füllte sich das neue Museum rasch mit neugierigen Besucher:innen.

„WAS IST WIENER AKTIONISMUS?“

Die erste Ausstellung widmet sich der Frage „WAS IST WIENER AKTIONISMUS?“. Dazu erklärt uns WAM Direktorin Julia Moebus-Puck: „Im Erdgeschoss zeigen wir die verschiedenen Wege der vier Künstler von der Malerei hin zur Aktion. Es ist nämlich sehr interessant zu beobachten, wie sehr sich ihre künstlerischen Methoden zur Überschreitung des Tafelbilds – obschon gemeinsamer Ziele – voneinander unterschieden haben.“ 

Moebus-Puck hat die Ausstellung gemeinsam mit Eva Badura-Triska kuratiert. Als ehemalige Kuratorin am mumok hat sie sich jahrzehntelang mit dem Wiener Aktionismus intensiv beschäftigt. Zwei Leihgaben aus dem mumok befinden sich für die Eröffnungsausstellung im WAM. Badura-Triska: „Im Untergeschoss präsentieren wir die verschiedenen Facetten des Wiener Aktionismus: von der Inszenierten Fotografie, ihrem politischen Wirken bis hin zu ihren Aktionen und Aktionsskizzen.“ Den Abschluss macht Günter Brus letzte, radikale Aktion „Die Zerreissprobe“, die lebensgroß als Film an die Wand projiziert wird.

KUNSTVERMITTLUNG

Anlässlich der Eröffnung des Wiener Aktionismus Museum führen Direktorin Julia Moebus-Puck und Kuratorin Eva Badura-Triska an verschiedenen Terminen durch die Ausstellung. Dabei ist es Moebus-Puck wichtig, neue Ansätze in der Kunstvermittlung aufzuzeigen. Die Ausstellung ist dementsprechend didaktisch gestaltet. Die Führungen sollen jeweils neue Einblicke zur Ausstellungskonzeption geben, tiefergehende Informationen bieten und zu gemeinsamen Diskussionen anregen.

Termine finden sie hier

Julia Moebus-Puck und Eva Badura-Triska

WAM DIGITAL GUIDE

Bleiben Sie nun mit unserem digitalen Audioguide WAM DIGITAL GUIDE auf dem Laufenden. Sie können darüber Informationen zur Ausstellung jederzeit abrufen und den Rundgang nachverfolgen.

zum WAM DIGITAL GUIDE

WERK DES MONATS

Die 19. Materialaktion von Otto Muehl, Bodybuilding, fand 1965 im Perinetkeller in Wien statt. In dieser Zeit konzipierte Muehl seine aktionistischen Arbeiten fast ausschließlich für die fotografische und filmische Dokumentation. 

Diese Aktion wurde von Ludwig Hoffenreich fotografiert und Ernst Schmidt jr gefilmt. Die Notwendigkeit der spontanen Konfrontation mit dem Publikum, die in Muehls späteren Aktionen eine große Rolle spielt, ist in diesen Arbeiten noch nicht gegeben.

Otto Muehl, Materialaktion Nr. 19, Bodybuilding
21. Mai 1965, Farbfotografie
Atelier Muehl, Perinetgasse 1, 1200 Wien
Foto: Ludwig Hoffenreich

AUSSTELLUNGSEMPFEHLUNGEN

Hermann Nitsch und Bayreuth. 
MUSEO NITSCH

Die Ausstellung bietet einen bisher unbekannten Dialog zwischen einer breiten Auswahl von Werken aus der Malaktion „Walküre“ und den Relikten der letzten Aktion (Nr 158), die Hermann Nitsch in Neapel inszenierte. 

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Raumdramaturgie von Andrea Cusumano
nitsch museum

Mit der Ausstellung „Raumdramaturgie“ von Andrea Cusumano startet das nitsch museum am Samstag, 2. März 2024 in die neue Saison.

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Günter Brus
Kunsthaus Bregenz

Das Kunsthaus Bregenz widmet sich erstmals in einer Ausstellung dem Wiener Aktionisten Günter Brus. Der kürzlich verstorbene Künstler hat an dieser Werkschau noch persönlich mitgewirkt. 

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LITERATUREMPFEHLUNG

Triggerpunkte
Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft
Warum Gendersternchen und Lastenfahrräder so viele Menschen triggern
von Steffen Mau, Thomas Lux, Linus Westheuser
540 Seiten, Taschenbuch
Edition Suhrkamp

Kurzbeschreibung des Verlags
»Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert.«

Als WAM empfehlen wir dieses lesenswerte Buch. Auch als Einstimmung dazu, was der „Wiener Aktionismus“ in den 60er Jahren gesellschaftspolitisch vermochte.

TIPP

Kultur-Insights mit Heinz Sichrovsky: 
Ihr Zugang zur Avantgarde

Mit dem Newsletter von Heinz Sichrovsky sichern Sie sich wertvolle Insights, bleiben gesellschaftlich engagiert und finden kontinuierliche Inspiration – ein wahrer Gewinn für jede:n, der Kunst und Kultur schätzt.

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Newsletter 001/24

Aktuelles

Nun ist es fix: am 15. März eröffnet das Wiener Aktionismus Museum (WAM). Es ist das erste Museum weltweit, das dem Wiener Aktionismus und seiner kulturwissenschaftlichen Bedeutung eine dauerhafte Plattform bietet.

Gegründet wurde das WAM von sechs Kunstsammlern, die im Jahr 2022 die Sammlung Friedrichshof erworben haben. Die Sammlung Friedrichshof ist die bedeutendste Privatsammlung zum Wiener Aktionismus. Mit dem WAM wollen Reza Akhavan, Jürgen Boden, Daniel Jelitzka, Philipp Konzett, Dirk Ströer und Christian Winkler  den kulturgeschichtliche Einfluss des Wiener Aktionismus zur Entwicklung der performativen Künste weltweit aufgezeigen.

Direktorin des neuen Wiener Museums ist Julia Moebus-Puck. Die 38-jährige gebürtige Deutsche hat sich in ihrer bisherigen kunstwissenschaftlichen Tätigkeit mit der Rezeption des Wiener Aktionismus auseinandergesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer Untersuchung der Entwicklung des Werkes von Hermann Nitsch. „Mir liegt als Direktorin sehr viel daran, dass diese bedeutende österreichische Kunstrichtung nach 1945 wissenschaftlich weiter aufgearbeitet wird. Dadurch sollen neue Betrachtungsweisen möglich werden, damit sich die beeindruckende Vielfalt des WA dem Kunstinteressierten erschließt.“
Und die WAM-Direktorin weiter: „Ich möchte kreative, neugierige und sozialkritische Denkansätze fördern, die – auch interdisziplinär – das Zeigen von Kunst und die Bedingungen ihrer Möglichkeiten überprüfen.“ Dafür werden in regelmäßigen Abständen auch zeitgenössische künstlerische Positionen präsentiert, die mit dem Wiener Aktionismus in Verbindung stehen. Spezielle Vortragsreihen, Podiumsdiskussionen und Vermittlungsangebote sollen zu neuen Diskursen anregen.

Die für März 2024 geplante Eröffnungsausstellung „Was ist Wiener Aktionismus?“, die Moebus-Puck mit ihrem Team derzeit vorbereitet, widmet sich der kunsthistorischen und gesellschaftspolitischen Entwicklung des Wiener Aktionismus

WERK DES MONATS

Ein Key Visual des WAM ist eine Fotografie Ludwig Hoffenreichs von Günter Brus Selbstbemalung II aus dem Jahr 1964. Diese Aktion von Brus ist ein grossartiges Beispiel für die Überwindung des Tafelbilds, das typisch für den Wiener Aktionismus ist.

Bei der Selbstbemalung II handelt es sich um eine Reihe von 20 Fotografien, die 1964 im Atelier Sailer aufgenommen wurden. Brus setzte seinen eigenen Körper und den ihn umgebenden Raum als Material ein und machte sie damit zu einem eigenen Ausdruckswerk. Er hebt sich damit deutlich von seinen Künstlerkollegen ab, die ihre Aktionen nur selten mit dem eigenen Körper, dafür zumeist mit Akteuren und Akteurinnen durchgeführt haben. Es findet eine Verwandlung des Raumes, seines Körpers und allen Objekten statt. Weiße und schwarze Farbe lassen den Künstler bzw seinen Körper und nach in seinem Werk verschwinden.

Günter Brus, Selbstbemalung II, 1964, 49 x 39,5 cm
Foto: Ludwig Hoffenreich

LITERATUREMPFEHLUNG

Die Wiener Aktionisten mussten immer wieder für ihre Aktionen Haftstrafen verbüßen. Teilweise entgingen sie dieser auch durch die Flucht ins Ausland wie beispielsweise Günter Brus. Grund war die radikale, provokative und schonungslose Darstellung ihrer Aktionen.

Herbert Lackner beschreibt in seinem neuen Buch das Ringen von Autor:innen, Musiker:innen und Künstler:innen um ihre Freiheit – eine politische Kulturgeschichte Österreichs. Auch dem Wiener Aktionismus ist hier ein Kapitel gewidmet.

Herbert Lackner
Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt
Eine politische Kulturgeschichte Österreichs
UEBERREUTER VERLAG
https://www.ueberreuter.at/shop/als-schnitzler-mit-dem-kanzler-stritt/

BLICK HINTER DIE KULISSEN

Im WAM wird fleissig gearbeitet bis zur Eröffnung am 15. März 2024.
Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen für unsere Newsletter-Abonnent:innen.

DAS WAM STELLT VOR …

Julia Moebus-Puck, Direktorin Wiener Aktionismus Museum

Julia Moebus-Puck ist Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin mit Fokus auf Performancekunst und Wiener Aktionismus. Moebus-Puck studierte bis 2013 an der Fachhochschule Dortmund Fotografie. Danach war sie als freie Fotoassistentin unter anderem bei Alice Rosati, Jens Stuart und Vincent Peters in Paris tätig. 2014 begann sie ein Studium der Kunstgeschichte, das sie an der Universität Bonn mit Master of Arts abschloss. Aktuell promoviert sie über das performative Ausstellen. In der Zeit ihres Studiums gründete sie ihre eigene Kreativagentur 0815 studio und das Studio Superpopp, war von 2015 bis 2020 freischaffende Kunstvermittlerin des Max Ernst Museum in Brühl, des Arp Museum Bahnhof Rolandseck und der Art Basel. 2018 begann sie als Kunstvermittlerin im Albertina Museum Wien zu arbeiten. Seit 2016 liegt der Fokus ihrer kunstwissenschaftlichen Auseinandersetzungen auf der Entwicklung performativer Kunst und ihrer Rezeption, insbesondere des Wiener Aktionismus. Dazu hat sie zahlreiche Ausstellungen kuratiert, u.a. im Osthaus Museum Hagen und der Galerie Schönewald. Von 2020 bis 2022 baute sie im Museum Kurhaus Kleve das Ausstellungsarchiv von Richard Long auf, dem Hauptvertreter der Land Art. 2023 wurde sie mit der Direktion des neugegründeten Wiener Aktionismus Museum betreut, das im März 2024 eröffnet.

Foto: @studiokoekart

Mi. – So. und an Feiertagen
11:00 — 18:00 UHR

Montag und Dienstag Geschlossen

Eroffnung
15. Marz 2024
17:00 UHR

Jetzt offen

Eroffnung
15. Marz 2024
17:00 UHR

Jetzt offen

Mi. – So. und an Feiertagen
11:00 — 18:00 UHR

Montags und Dienstags Geschlossen

Copyright 2024 WA-M Wiener Aktionismus Museum GmbH

Copyright 2024 WA-M Wiener Aktionismus Museum GmbH

Jetzt offen

Eröffnungsausstellung

Was ist Wiener Aktionismus?

Gunter Brus

Otto Muehl

Hermann Nitsch

Rudolf Schwarzkogler

15.03.2024 – 31.01.2025

Jetzt offen

Eröffnungsausstellung

Was ist Wiener Aktionismus?

Gunter Brus

Otto Muehl

Hermann Nitsch

Rudolf Schwarzkogler

15.03.2024 – 31.01.2025

Termine & Veranstaltungen

April 2024

14. April, Sonntag, 16:00 Uhr

offentliche Fuhrung

25. April, Donnerstag, 18:30 Uhr

WAM-TALK

WAS IST WIENER AKTIONISMUS?

Im Gespräch mit WAM-Direktorin Julia Moebus-Puck, die über die Idee und das Konzept der Ausstellung spricht. Anschliessend stellt sich die Direktorin den Fragen des interessierten Publikums zur Ausstellung.

hier anmelden

27. April, Samstag, 11:00 Uhr

Direktorinnenfuhrung

28. April, Sonntag, 16:00 Uhr

offentliche Fuhrung auf Englisch

Mai 2024

1. Mai, Mittwoch, 16:00 Uhr

WERK DES MONATS

Hermann Nitsch, 4. Aktion, 21. November 1963

WAM-Direktorin und Nitsch Expertin Julia Moebus-Puck erklärt Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Frühwerks von Hermann Nitsch, das auch in der Ausstellung zu sehen ist.

hier anmelden

11. Mai, Samstag, 11:00 Uhr

Direktorinnenfuhrung

12. Mai, Sonntag, ab 11:00 Uhr

Muttertag

Zu Muttertag laden wir alle Familien ein, einen Streifzug durch das Museum zu machen. Wir werden uns u.a. die verschiedenen Maltechniken der vier Wiener Aktionisten anschauen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und bei den Farben und Formen ganz genau hinsehen.

12. Mai, Sonntag, 11:00 Uhr

Mitmachfuhrung

Mitmachführung für Kinder ab 6 Jahren in ausgewählten Themenbereichen des Museums. Wir entdecken gemeinsam den unterschiedlichen Umgang mit Farbe und Form bei den Wiener Aktionisten.

Dauer: 60 Minuten
Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.
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12. Mai, Sonntag, 14:00 Uhr

Elternfuhrung

Führung für die Eltern, speziell Mütter und Großmütter durch das gesamte Haus.

Dauer: 60 Minuten
Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.
hier anmelden

12. Mai, Sonntag, 16:30 Uhr

Der Wiener Aktionismus im Wandel der Zeit.
Was kann uns der Aktionismus heute noch sagen?

Spezialführung für Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren.

Dauer: 60 Minuten
Die Führung ist im Eintrittspreis enthalten.
hier anmelden

14. Mai, Dienstag, 18:00 Uhr

mumok visits WAM

25. Mai, Samstag, 11:00 Uhr

Direktorinnenfuhrung

26. Mai, Sonntag, 16:00 Uhr

offentliche Fuhrung auf Englisch